Fotos von einer wilden Party, zweideutige Einträge in Internetforen, falsche Behauptungen in einem Weblog. Das Netz vergisst nicht. Selbst wenn die betreffenden Internetseiten gelöscht sind, ist es gut möglich, dass im Cache eines Suchmaschinenanbieters die längst für gelöscht geglaubten Seiten noch auf Jahre hinaus schlummern und abrufbar sind. Und auch für Personalchefs ist es heute Usus, nach dem Namen eines Bewerbers zu googeln.
Das Internet Start-Up ReputationDefender will das ändern. Das kleine US-Unternehmen handelt im Auftrag und sorgt dafür, dass lästige Einträge zu eigenen Person aus Foren, Blogs und in Suchmaschinen verschwinden. Angeblich für immer. Für einen Preis von 10 bis 16 US-Dollar erstellt ReputationDefender monatliche Statusberichte über das Auftauchen der eigenen Person im Netz. Für einen Einmalbetrag von 30 US-Dollar kümmert sich das Unternehmen um die einmalige Löschung aller löschbaren Daten.
Ursprünglich hatte Firmengründer Michael Fertik, Absolvent der Harvard Law School, seinen Service für Eltern gegründet, die unliebsame Daten, die ihre Kinder in einschläigen Social Network Sites wie MySpace, Facebook oder Flickr hinterließen, getilgt haben wollten. “Ich finde es schlimm, wenn Kinder oder Teenager lebenslang solche Fehler ausbaden müssen”.
Schnell stellte Fertik allerdings fest, dass sein Service nicht nur von Eltern und deren Kindern nachgefragt wird, sondern dass auch Erwachsene seine Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen.
Aber längst nicht alle Daten zur eigenen Person lassen sich ohne weiteres löschen. Schwierig werde es dann, so Fertik, wenn Nachrichtenmeldungen in großen, namhaften Publikationen über einen erschienen sind. Zwar seien Internetbetreiber nicht dazu gezwungen, Daten oder Einträge über eine Person zu löschen – natürlich abhängig vom jeweiligen Inhalt – die Erfahrung zeige aber, dass die wenigsten wirklich juristischen Ärger wollen und deshalb oftmals zur Löschung bereit seien.
[audio:Interview_Michael_Fertik.mp3]