Das Lob der vielen Redner und Teilnehmer beim diesjährigen DLD des Burda Verlags klingt echt: Amazon-Vize-Präsident Werner Vogels ist bereits zum zweiten Mal in München dabei und meint, der DLD habe sich zu einer der besten Internet-Konferenzen Europas entwickelt. Er komme immer wieder gerne hierher, erzählte er mir gestern abend bei einem Kaffee in der Lobby des Bayerischen Hofs. Wenn der Amazon-Vize über sein Lieblings-Baby, die Amazon Web Services (AWS) spricht, also dem Cloud-Computing Zweig seines Unternehmens, dann ist er nicht mehr zu stoppen. Selten erlebt man einen Unternehmenschef, der so enthusiastisch und mit solcher einer Detailverliebtheit über sein Produkt, das Cloud Computing, redet, wie den 51jährigen Vogels, der aus den Niederlanden stammt.
Die Möglichkeiten, die sich Unternehmen bieten, wenn sie ihre Rechenkapazitäten zu Amazon auslagern sind nach Vogels Worten unglaublich vielfältig – von Hollywood-Studios, die ihre Kinofilme in der Cloud rendern können, um so eigene Kapazitäten freizuhalten bis hin zur schnellen Verfügbarkeit von Datenbank-Speicher, der bei vielen Unternehmen nur zu bestinmmten Zeiten im Jahr anfällt.
Sehr angetan vom DLD scheint auch GigaOM-Chef Om Malik. Er ärgert sich mittlerweile, dass er erst am Sonntag von San Francisco nach München angereist ist. Wenn er wieder eingeladen werden sollte, werde er sicherlich länger beim DLD bleiben. Gleich nach seinem heutigen Panel mit Hulu-Chef Jason Kilar geht es für ihn wieder zurück nach Kalifornien. Denn morgen findet die große Apple Pressekonferenz statt.
Om Malik schätze ich sehr, weil er sich mit seinem Online-Verlag wohltuend abhebt, von den vielen anderen Technologie-Blogs, die es im Silicon Valley gibt. Bei GigaOM gibt es weniger “Schnellschüsse” – Postings, die auf Informationen nach dem Hören-Sagen beruhen, vermeintliche Fakten, die man irgendwo am Rande aufgeschnappt hat und als Gerücht tituliert schnell weiterplappert.
Das Technologie-Blog GigaOM ist alles andere als ein “Schnellsprecher”, es geht mehr in die Tiefe und ist analytischer. Zwar will sein Chef Om Malik nicht preisgeben, wieviele Abonnenten er mit seinem knapp einjährigen “Paid Content Dienst” GigaOM Pro erreicht, er schien aber ganz zufrieden mit dem Zuspruch, seines Zusatzdienstes, der fast schon wissenschaftlich technischen Neuerungen recherchiert und verständlich aufbereitet. Anbei ein kleines, kurzes Video, das ich gestern abend mit Om aufgenommen habe.
Im Silicon Valley scheint man sich einig: Google ist mit seinem ersten Smart-Phone Nexus One ein Achtungserfolg gelungen. Es verfügt über einen schnellen Prozessor, hat vom Start weg schone eine große Anzahl kostenlose Apps mit an Bord und bietet ein für Mobiltelefone wohl neues “Surfvernugen”.
Auf dem Nexus One ist die jüngste Version 2.1 des Google-Betriebssystems Android installiert. Das Telefon hat einen 9,4 Zentimeter großen Touchscreen-Bildschirm, ist 11,5 mm schmal und wiegt 130 Gramm. In Deutschland soll das Gerät vermutlich im Februar auf den Markt kommen. Hier wird offenbar Vodafone Vertriebspartner sein. Man kann davon ausgehen, dass es das Gerät aber nur über eine Google Website zu kaufen gibt. Dort hat man dann die Wahl, ob man das Nexus mit oder ohne Vertragsbindung kaufen möchte. In den USA bezahlt man mit einem Vertrag von T-Mobile umgerechnet einmalig 124 Euro. Die simlock-freie Variante ohne Bindung an einen Mobilfunkanbieter gibt es für umgerechnet 370 Euro. Wie weit sich die Preise hierzulande dann tatsächlich von den US-Preisen unterscheiden werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Nicht perfekt, aber schon sehr nahe dran, meint auch der deutschstämmige Tech-Journalist Frederic Lardinois, der für das Technologie-Blog readwriteweb.com in Portland, Oregon schreibt. Beeindruckt hat den 30jährigen vor allem der sehr schnelle, 1 GHz Qualcomm Prozessor des Nexus One. Auch die schnörkellose Sprachsteuerung hat es ihm angetant. Hier ist das Nexus dem iPhone voraus. In den meisten anderen Disziplinen jedoch nicht.
Der Abstand zum derzeit besten Smartphone scheint aber zu schmelzen. “Es fühlt sich an wie ein iPhone”, sagt Frederic: “Bildschirm, Akku, im Netz surfen – alles funktioniert perfekt”. Ob er sein Apple iPhone dennoch und endgültig gegen ein Nexus One tauschen würde? Mehr im vierminütigen Audio-Interview und in der Sendung “Computer und Kommunikation” des Deutschlandfunks.
Om Malik believes that in the next ten years we will experience a jump into a new era of broadband internet. He calls this new internet age “Ultra Band”. 50 megabits and even higher internet connections will be normal for everyone. The new broadband web also requires a change in our life style. On the other side it will create a whole set of new opportunities and challenges.”You need to live the broadband to invent something”, says Om.
The 42-year-old Indian-American technology writer sees in Twitter just the beginning of real-time internet. “It’s the simplest manifestation of this long term trend”. In his opinion Twitter represents the big evolution towards the end of communications. Om thinks, that a lot of people don’t seem to go beyond the short messaging part.
Om Malik is a succesful digital publisher and obviously has a little weakness for latin superlatives. His San Francisco based company Giga Omni Media produces several blogs of which GigaOm is probably the most known. According to their website they reach 1.75 million people a month around the globe. Giga Omni Media employs 18 people.