In der digitalen Welt gibt es keinen Mangel, sagt Sören Stamer, Mitgründer und Associate von CoreMedia in Hamburg. Das Geschäftsmodell “Werbung”, wie es von Google betrieben wird, sei endlich. Nicht alle könnten von Werbung leben, meint er. Stamer ist davon überzeugt, dass die Menschen künftig freiwillig für bestimmte Dienste oder für Aufmerksamkeit Geld ausgeben werden.
Für ihn hat sich das Internet in den vergangenen zwei Jahren deutlich verändert: Vom Massenmedium, in dem einer an viele kommuniziere, hin zu einem sehr persönlichen Web, in dem der User auch ein Stück weit seine Gefühle offenbart. Möglich gemacht haben das die sozialen Netzwerke und – Twitter. Zunächst hielt Stamer Twitter für eine “dumme Idee”. Das war vor zwei Jahren als er auf der CeBit mit dem Twittern begann.
Mittlerweile hat er seine Meinung geändert: “Twitter ist das Medium, was die Welt schon verändert hat” – so Stamer in dem knapp fünfminütigen Gespräch, das wir bereits im April aufgenommen haben. Für mehr Sören Stamer einfach ins Video klicken.
Weniger Struktur, weniger Kontrolle, neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit – Arbeitsteilung in deutschen Unternehmen folgt meist jedoch einem anderen Prinzip. Nämlich dem Prinzip der traditionellen Arbeitsteilung. Henry Ford und Frederick W. Taylor haben diese Theorie gefestigt. Für jede Arbeit gebe es nur eine, allein richtige Bewegungsabfolge.
In Zeiten von Wikis, sozialen Netzwerken, Blogs und Twitter ist diese Art und Weise der Zusammenarbeit obsolet. So zumindest argumentieren die Autoren des Buchs “Enterprise 2.0 – Die Kunst, loszulassen“. Sören Stamer, CEO von CoreMedia in Hamburg, und Mit-Herausgeber, schreibt in seinem Aufsatz darüber, dass der “größte Hemmschuh auf dem Weg zu besseren und überlebensfähigeren Unternehmen unser weit verbreiteter und tiefsitzender Glaube an hierarchische Strukturen, ausgefeilte Prozesse und weitsichtige Entscheider [...] ” sei.
Während der Web 2.0 Expo in San Francisco hatte ich Gelegenheit, mich mit Soeren über sein Buch zu unterhalten.
Ich werde das Interview mit ihn in zwei Teilen veröffentlichen; Teil2 folgt die nächsten Tage. Darin spricht Sören auch über seinen Vortrag, den er bei der Web 2.0 Expo gehalten hat. Titel: “Darwinism on the Web: Surviving and Thriving in a Web 2.0 World”. Sein Vortrag war übrigens einer der am besten besuchten Vortragsveranstaltungen während der w2e überhaupt. Vielleicht deshalb, weil es das Buch mittlerweile auch auf englisch gibt.
Das Buch “Enterprise 2.0 – Die Kunst, loszulassen” ist lesenswert, anschaulich und praxisnah geschrieben und gibt eine Menge Anstösse, wie Unternehmen sich besser, anders, neu organisieren [sollten] können.
Dank übrigens auch an Tina Kulow (Twitter: @tkkinstant ).